• andreas-vetsch

Olympia Traum von Tokio geplatzt

Nachdem ich Ende April an der Europameisterschaft in Warschau auf der Matte stand, reiste ich anschliessend von Warschau direkt weiter nach Bulgarien, genauer nach Teteven um mich bestmöglich auf die anstehende Qualifikation in Sofia vorzubereiten.

In Teteven waren Athleten aus über 10 Nationen anwesend, um sich auf das Turnier vorzubereiten. Das ermöglichte mir eine ausgezeichnete letzte Vorbereitung mit vielen verschiedenen Sparrings.


Am 8. Mai war es dann soweit: Die 3. und letzte Chance mich für die Olympischen Spiele in Tokio zu qualifizieren.

Wie schon in Budapest beim europäischen Qualifikationsturnier traf ich in der Qualifikation auf den Vertreter aus der Ukraine. Diesmal war es aber nicht Artur Politaev, sondern Parviz Nasibov. Nasibov war für mich kein Unbekannter, obwohl ich an einem Turnier noch nie gegen ihn gerungen hatte.

Ich startete gut in den Kampf und konnte auf Augenhöhe mitringen. Ich versuchte möglichst aktiv zu sein und meinen eigenen Stil zu ringen. Das gelang mir recht gut, leider war ich doch etwas zu passiv und musste als erster den Gang in die Bodenlage antreten. Dort war ich nicht konsequent genug mit meiner Verteidigung, sodass ich mich ausheben lassen musste. Ich konnte immerhin den Schaden noch in Grenzen halten, indem ich es schaffte nur eine 2er Wertung abzugeben.

Bis zur Pause gab es keine weiteren Wertungen mehr, also ging ich mit einem 3:0 Rückstand in die Pause.

Nach der Pause war es mein Ziel eine Passivität von Nasibov zu erzwingen, was mir dann auch gelang. Leider konnte ich aus der Bodenlage nichts zählbares heraus holen, womit ich immer noch mit 3:1 im Rückstand war.

Die restlichen knapp 2 min versuchte ich vergeblich eine Wertung aus dem Stand zu erzielen, somit musste ich am Ende mit einem Resultat von 3:1 als Verlierer von der Matte.

Damit war auch klar, dass die Olympischen Spiele in Tokio sicher ohne mich statt finden würden und mein Traum von Olympia vorerst geplatzt war...

Da der Ukrainer aber den Final erreichte und sich seinerseits das Ticket für Tokio sicherte, bedeutete das für mich, dass ich noch einmal ins Wettkampf geschehen eingreifen konnte.


In der ersten Runde der Repechage traf ich auf den Peruaner Soto Garcia.

Ich hatte mir vorgenommen von Anfang an den Kampf zu bestimmen, was mir aber ganz und gar nicht gelang, ich musste sogar als erster in die Bodenlage.

Dort machte ich dort weiter wo ich im Stand aufgehört hatte und verteidigte katastrophal, was mein Gegner nutzen konnte zu einem Durchdreher.

Das war dann immerhin ein Weckruf für mich und ich konnte den Peruaner bei seinem 2. Versuch abfangen, was mir meinerseits 2 Punkte einbrachte. Leider konnte ich ihn nicht genug fixieren um einen Schultersieg zu erzielen.

Somit ging es mit einem Score von 3:2 für Soto Garcia in die Pause.

Nach der Pause konnte ich dann immerhin eine Passivität erzwingen und konnte versuchen als Obermann in der Bodenlage zu punkten. Dieses Unterfangen misslang mir mit meinen schwachen Ausheber Versuchen aber gründlich.

Ich konnte den Punktestand zu meinen Gunsten gerade so noch über die Zeit retten. Keine Glanzleistung, doch damit konnte ich den Kampf immerhin noch gewinnen.

Leider traten meine beiden nächsten Konkurrenten nicht mehr zu ihren Kämpfen an, womit ich am Ende kampflos zum 3. Platz kam.


Es war ein Turnier mit Höhen und Tiefen... Mein erster Kampf gegen Nasibov war sehr gut und ich kämpfte auf Augenhöhe bis zum Ende mit. Leider gelang mir aber kein Exploit der nötig gewesen wäre um im Rennen um Olympia zu bleiben.


Der Kampf in der Hoffnungsrunde gegen Soto Garcia war dann das genau Gegenteil. Ich kämpfte ganz schwach und konnte fast nichts vom vorgenommenen umsetzen. Das Positive aus diesem Kampf war, dass ich trotz einer sehr durchzogenen Leistung den Kampf doch noch zu meinen Gunsten entscheiden konnte.

Danach hatte ich leider nicht mehr die Möglichkeit es besser zu machen. Ich hätte liebend gerne noch mehr Kämpfe gemacht, was mir leider aber nicht vergönnt war.

Leider ging auch mein Traum von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio nicht in Erfüllung.


Nun ist dieser Olympia-Zyklus für mich beendet und es stehen einige freie Tage und Erholung auf dem Programm. Hoffentlich ausgeruht und wieder voller Motivation geht es dann in einigen Wochen bereits wieder los mit der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im Herbst in Oslo, sowie meinem Fernziel Olympia 2024 in Paris!



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