• andreas-vetsch

Europäisches Olympia Qualifikationsturnier

Am 20. März war es soweit, da war der Tag auf den ich mich so lange und intensiv vorbereitet hatte: Die zweite Chance nach der WM 2019, mich für die Olympischen Spiele in Tokio zu qualifizieren.

Die Vorbereitung im Trainingslager in Tata war reibungslos abgelaufen und sehr gut gewesen.

Ich hatte bis jetzt alles richtig gemacht, das Gewicht passte, die Form war top und mein Gefühl stimmte zu 100%!


Die Auslosung hatte mir den starken Ukrainer Artur Politaev eingebracht. Ein schwieriges Los, hat er doch schon mehrere Top- Ergebnisse und Medaillen (vor allem im U23 Bereich) an Grossanlässen vorzuweisen.

Ich wusste was auf mich zukommen würde, da ich in der Vorbereitung im Januar auch schon einige Male mit ihm trainiert hatte und ihn auch in meiner Videoanalyse genauer unter die Lupe genommen habe.


Am morgen um 8 Uhr ging es in die Halle zur Abwaage.

Ich hatte mich am Abend leicht verschätzt und etwas zu viel getrunken, sodass ich noch 100 gr. zu schwer war und noch etwas schwitzen musste.

Das klappte jedoch reibungslos und ohne allzu grosse Anstrengungen.

Nach dem Frühstück ging es vom Hotel wieder in die Halle wo es darum ging mich warm zu machen und für meinen Kampf vorzubereiten.

Das Aufwärmen und das einringen verlief sehr gut und ich fühlte mich körperlich wie mental topfit!


Dann war er da, der Moment auf den ich mich so lange vorbereitet hatte und ich machte mich bereit die Matte zu betreten.

Der Kampf war im Stand auf Augenhöhe, mit leichten Vorteilen für Politaev. Nach ca. 1 1/2 min musste ich in die Bodenlage. Es kam was ich erwartet hatte, ein Ausheber auf die rechte Seite und ich war gefasst darauf.

Meine Verteidigung war gut genug um ihn abzuwehren. Dann jedoch machte ich den Fehler und bewegte mich am Boden einen Augenblick nicht, was er ausnutzte um mich doch auszuheben. Ich versuchte noch mich auszudrehen, doch ich wurde geworfen...

4 Punkte für Politaev, somit stand es nun 5:0 und mit diesem Resultat ging ich auch in die Pause.

Nach der Pause kam ich voller Zuversicht zurück in das Zentrum der Matte, da ich felsenfest von mir überzeugt war diesen Rückstand irgendwie noch zu wenden!

Leider gab ich meinem Gegner die Chance mich aufzuziehen und so zu fassen, dass ich permanent zurückweichen musste. Somit konnte ich auch in der zweiten Hälfte keine Passivität erzwingen...

Dann beging ich eine Minute vor Schluss noch den Fehler welcher mir endgültig das Genick brach und meinem Gegner nochmal ermöglichte mit einer schönen 4er Wertung den Kampf zu beenden.

Somit waren auch meine Träume einer Olympiaqualifikation fürs erste beendet...


Diese Niederlage schmerzt mich besonders, da ich das Gefühl habe, nicht das abgeliefert zu haben was in mir steckt...

Ich war bereit, war in Topform aber konnte es nicht zeigen. Leider ist es im Ringen halt so, wenn man nicht von der ersten Sekunde an bereit ist, wird man dafür bestraft und bekommt keine zweite Chance es besser zu machen.


Nach dieser bitteren Pille brauchte ich einige Tage Abstand vom Ringen und etwas Zeit mich abzulenken.

Doch mein Weg geht weiter und ich werde weiterhin meinen Traum und mein Ziel Olympia verfolgen!






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